PM: „Du bist gut genuuug“ – Ad-Busting Aktion in Freiburg

An Freiburger Straßenbahn-Haltestellen sind insgesamt über zwanzig Werbeflächen umfunktioniert worden. Wir haben uns einen Teil des öffentlichen Raums wieder zurückgeholt. Nach Jahren derselben inhaltslosen, zu immer mehr Konsum anregenden Werbung – endlich wieder Ad-Busting in Freiburg. Aber warum jetzt?

„Das Reformprogramm der aktuellen Bundesregierung geht in die völlig falsche Richtung. Ob wir wenigstens ein halbwegs akzeptables Leben haben, das ist gar keine Kategorie. Denn was geplant und teilweise umgesetzt ist – das ist ein Totalangriff und eine spürbare Verschlechterung der Lebensbedingungen des Großteils der Bevölkerung“, so eine Vertreterin von Gemeinsam Kämpfen. „Deswegen wollen wir mit den überspitzten Botschaften zum Nachdenken anregen. Denn die wenigsten profitieren von dem Reformprogramm – die werden dann aber immer reicher.“

Schon in der Vergangenheit wurde der Sozialstaat nach und nach abgebaut, doch 2026 verfolgt die Schwarz-Rote Bundesregierung das ganz große „Reformprogramm“. Der Achtstundentag wird in Frage gestellt. Wir sollen länger arbeiten, später in Rente und dann auch noch weniger rausbekommen. Die Städte und Gemeinden werden kaputtgespart. Im Gesundheitswesen geht es nur noch darum, dass die Zahlen stimmen müssen. Und und und, in der Aufzählung fehlt einiges. Uns wird immer wieder vorgekaut, dass das „Reformprogramm“ aufgrund der finanziellen Lage des deutschen Staates unbedingt notwendig sei.


Und weiter erklärt eine Vertreterin von Gemeinsam Kämpfen „Nur für eine Sache ist gerade schier unendlich viel Geld da: Aufrüstung, Militarisierung und in letzter Konsequenz damit für die Kriegsvorbereitung. Um das zu finanzieren greift die Bundesregierung zu Kürzungen im Sozialsystem und setzt auf eine stärkere Belastung der Arbeitenden. Die Botschaft der herrschenden Politik ist dabei unmissverständlich: Eines soll so bleiben, wie es ist: Die Reichen bleiben reich und werden reicher, der Rest ärmer.“

Für uns als politische Gruppe, die für Solidarität statt Ellenbogen und Vereinzelung steht, ist klar: Wir müssen dagegenhalten. Da wo wir sind, müssen Wir gemeinsam aktiv werden – in unseren Betrieben, an unseren Arbeitsstellen, im Alltag und in den Vierteln, in denen wir leben. Für uns reicht es nicht, das Hier und Jetzt zu verteidigen. An einem Punkt hat Friedrich Merz recht: Wir können uns dieses System schlichtweg nicht mehr leisten – wir fügen aber hinzu: wenn wir ein gutes Leben haben wollen.

Die Aktion soll auch für die Beteiligung an der Gewerkschaftsdemonstration gegen den Sozialabbau werben. Als Gruppe rufen wir unser dem Motto „Dagegenhalten: Keine Aufrüstung, kein Sozialabbau! Für eine solidarische Gesellschaft.“ auf, sich der Versammlung anzuschließen.


Antikapitalistische Beteiligung an der Gewerkschaftsdemonstration | 26. September | 12 Uhr, Stühlinger Kirchplatz