Wir sind Gemeinsam Kämpfen und eine Kommunistische Gruppe.
Warum Kommunismus?
Auch in Freiburg werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher. Stets müssen wir den Gürtel enger schnallen. Dabei ist genug für alle da. Heutzutage wird behauptet, dass wir selbst darüber entscheiden können, ob wir arbeiten gehen oder auch nicht. Das können aber nur die wenigsten. Diese vermeintliche Freiheit bestimmt unsere Stellung in der Gesellschaft – und für uns als Gruppe auch unsere Haltung zum kapitalistischen Wirtschaftssystem. Wollen wir in einer Welt leben, in der wir sozial gleich, menschlich verschieden und vollkommen frei sind, dann muss der Kapitalismus weg. Umgekehrt heißt das aber auch: Wir sind Teil der Arbeiter:innenklasse – das verbindet uns gegenüber einer Gesellschaft des Eigentums und der Ellenbogen.
Gleichzeitig sind wir uns sicher: Wir müssen uns wehren und dürfen uns nicht (mehr) alles gefallen lassen. Wir müssen gemeinsam kämpfen und aktiv werden, um die Lage von uns allen zu verbessern und um die Angriffe der Herrschenden und Besitzenden abzuwehren. In den wohlhabenden Staaten des Westens gab es jahrzehntelang ein Sozialstaatsmodell, das viele durch relativen Wohlstand ins System integriert hat. Aber das ist Geschichte, aufgekündigt mit neoliberalen Reformen, jahrzehntelangen Reallohnverlusten und dem Aufbau des größten Niedriglohnsektors in der Europäischen Union. Längst hat der Klassenkampf Fahrt aufgenommen. Doch statt uns gewinnen die Mächtigen. Hinzu kommen die ökologischen Krise, zementierte Geschlechterverhältnisse, Angriffe auf erkämpfte gesellschaftliche Fortschritte, Grundrechtsaushöhlungen als „Innere Sicherheit“, propagierte Kriegstüchtigkeit nach außen und vieles mehr, die das gute Leben verhindern. Für eine uns Linke gibt es also viel zu tun!
Alles anders!
Es muss also alles anders werden. Wir kämpfen als Gruppe an den Bruchstellen des Kapitalismus, wo die Widersprüche und das Schlechte dieses Systems deutlich zu spüren sind. Dort, wo existenzielle, menschliche Bedürfnisse aufgrund von Verwertungsinteressen und wirtschaftlichen Prinzipien vernachlässigt werden. Die Verwertungslogik zeigt sich deutlich beim Grundbedürfnis Wohnen. Das notwendige Dach über dem Kopf wird als Ware gehandelt und zum Spekulationsobjekt umfunktioniert. Wir kämpfen gegen Mieterhöhungen und falsche Nebenkostenabrechnungen mit einer Perspektive, die über den Kapitalismus hinaus geht. Wir führen Arbeitskämpfe mit klar feministischer Perspektive, etwa in „Sorgeberufen“, weil uns klar ist, dass nicht nur hier die doppelte Ausbeutung von Frauen System hat. Wir wissen um die Bedeutung der oftmals von Frauen, Queers und Migrant:innen geleisteter Reproduktionsarbeit für das Fortbestehen des Kapitalismus, wenden uns gegen vermeintlich in Beton gegossene Geschlechterverhältnisse, das Patriarchat und seine rassistischen Strukturen. Mit unserer Arbeit gegen alte und neue Nazis stehen wir nicht nur an der Seite aller, die ins Fadenkreuz der Rechten geraten, sondern wollen auch die Kampfbedingungen für linke, revolutionäre Bewegungen verbessern. In all diesen Kämpfen geht es auch darum, eine Verankerung in der Arbeiter:innenklasse zu erreichen und Stück für Stück Gegenmacht aufzubauen – deswegen sind wir in den Vierteln aktiv, in denen unsere Klasse lebt und arbeitet. Es braucht Orte, die für eine solche Politik stehen, und an denen wir uns vernetzen und organisieren können, um gemeinsam aktiv zu werden. Einen Ort, der fest im Viertel verankert ist, und für die Nachbarschaft ein politischer wie kultureller Anlaufpunkt ist.
Als Gruppe wollen wir auf vorangegangenen Kämpfen, Traditionen und Bewegungen aufbauen. Wir stehen für Internationalismus und gegen (deutschen) Imperialismus, gegen Sozialabbau und neoliberale Zumutungen. Unsere Aktivitäten sollen aber nicht einfach nur lose nebeneinander stehen. Vielmehr verstehen wir verschiedene Kampffelder als untrennbare Bestandteile eines gemeinsamen Kampfes, die wir mit einer klaren Perspektive verbinden.
Wir arbeiten gemeinsam mit allen, mit denen wir ein Mindestmaß an Schnittmengen haben. Denn die Linke ist zersplittert, in der Defensive und auch orientierungslos, wenn es darum geht, was zu tun ist. Es ist wichtig, Kräfte zu bündeln und vermeintliche Trennlinien auszuhalten, um sprachfähig und wirkmächtig zu werden.
Solidarität statt Ellenbogen
In unseren Kämpfen soll eine solidarische Gegenerzählung erfahrbar werden. Wir stehen für Solidarität statt Ellenbogen und Vereinzelung, etwa wenn wir uns gegen steigende Mieten und Verdrängung engagieren. Zentral ist für uns dabei: Diese Gesellschaft und auch ihr Wirtschaftssystem sind von Menschenhand gemacht, also können Menschen sie auch wieder ändern – so alternativlos der Kapitalismus all seiner Krisen zum Trotz wirkt. Das heißt aber auch: Wir brauchen Erfolgserlebnisse. Damit die Hoffnung zurückkommt, müssen wir als Linke schlichtweg zeigen, dass es mit uns etwas zu gewinnen gibt. Das heißt auch, auf spontane Dynamiken zu reagieren und in den Momenten nach vorne zu gehen, in denen der Kapitalismus in Frage gestellt wird.
Wer merkt, dass es sich lohnt, sich zu wehren, bekommt neues Selbstbewusstsein – und unsere Klasse wird wieder zum souveränen Akteur in der politischen Arena. Denn ein kollektives Zusammengehörigkeitsgefühl – also Klassenbewusstsein – entsteht in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. In diesen wird auch klar, dass die einzigen wirklichen Spaltungslinien in dieser Gesellschaft zwischen Oben und Unten bzw. Reich und Arm verlaufen.
Perspektive: Kommunismus
Wir sind der festen Überzeugung: der Kapitalismus muss weg – und alle anderen Verhältnisse, in denen die Menschen unterdrückt werden! Es braucht eine andere Gesellschaft, eine andere Art des Wirtschaftens und der Verfügung über die (gesellschaftlichen) Reichtümer. Denn durch die Eigentumsverhältnisse werden zwischenmenschliche Beziehungen zu Konkurrenzverhältnissen. So erscheint es naheliegender, sich gegen Andere durchzusetzen, um einen möglichst großes Stück vom Kuchen abzubekommen. Aber es sind immer nur Krümel, die vom Tisch fallen. Wir sagen: Es ist genug da, damit alle Menschen in Würde leben können!
Den Kapitalismus zu überwinden und eine andere Welt aufzubauen, schaffen wir nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit Vielen. Es reicht deshalb nicht aus, nur die richtigen Positionen zu vertreten und zu versuchen, den gesellschaftlichen Diskurs zu beeinflussen. Das bedeutet, dass wir mit Menschen – egal, ob sie sich als links verstehen oder nicht – über Probleme im Viertel, im Betrieb oder Alltag sprechen und darauf aufbauend gemeinsam aktiv werden. Als Kommunist:innen sind wir davon überzeugt, dass wirkliche Gegenmacht nur durch den Zusammenschluss großer Teile unserer Klasse entstehen kann. Deswegen braucht es eine langfristige Organisierung von Menschen anhand ihrer konkreten Interessen. Wenn wir uns ernsthaft an einem Ringen um gesellschaftliche Gegenmacht beteiligen wollen, müssen wir ansprechbar sein und kämpfen, wo das Leben ist.
Aktiv werden:
Wir kämpfen für eine Welt, in der wir uns alle auf Augenhöhe begegnen können und unser Zusammenleben gemeinschaftlich gestalten können, „eine Welt, in der wir sozial gleich, menschlich verschieden und vollkommen frei sein werden“ (Rosa Luxemburg).
Das heißt: Wir müssen den Kapitalismus überwinden – und alle anderen Verhältnisse, in denen die Menschen unterdrückt werden. Dafür braucht es eine revolutionäre Bewegung und eine revolutionäre Veränderung dieser Gesellschaft. Das können wir nur gemeinsam mit einem großen Teil der Arbeiter:innenklasse erreichen.
Es gibt viele Möglichkeiten, mit uns aktiv zu werden. Wenn du gemeinsam mit uns kämpfen willst oder mehr über uns erfahren möchtest, kannst du uns gerne direkt ansprechen: bei unseren Veranstaltungen, über Social Media oder per Mail an info@gemeinsam.fr. Wir freuen uns immer über neue Mitstreiter:innen!
